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Geschrieben von Avantenor
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Tuesday, 3. October 2006 |
Baphomets Fluch
Mitte der 90er zeichnete sich das Abflachen des Adventure-Marktes zunehmend deutlicher ab. Die Hochzeit der LucasArts-Adventures war vorbei und die Firma, die das Genre seit 1987 nachhaltig geprägt hatte, wandte sich vermehrt anderen Bereichen zu. Auch der Marktanteil der Adventures nahm kontinuierlich ab und die Etablierung eines Markennamens erwies sich als zunehmend schwieriger. Zu den wenigen Firmen, denen dies dennoch gelang, zählte die englische Software-Schmiede Revolution Software mit seiner Reihe "Baphomets Fluch", das im englischsprachigen Raum unter dem Titel "Broken Sword" auf den Markt kam. 1996 erschien der erste Teil der als Trilogie angelegten Spielereihe, damals noch im Zeichentrickstil und einem Point&Click-Interface, und wurde zu einem weltweiten kommerziellen Erfolg. Seitdem hat die Serie bis zum heutigen Tag drei weitere Teile hervorgebracht und gehört zu den ganz wenigen Adventures, die einen großen Publisher im Rücken haben und damit weltweit verlegt werden.
Die Serie ist geprägt von ihrem Helden George Stobbart. Der amerikanische Anwalt mit dem (eher unfreiwilligen) Faible für das Mittelalter gerät dabei immer zwischen die Fronten alter Geheimbünde und Sekten. Ähnlich wie bei Indiana Jones geht es um historische Themen und die Entschlüsselung alter Botschaften. Nur das unser George weniger athletisch als der gute Harrison Ford und im Umgang mit Peitsche und ähnlichen Waffen eine absolute Niete ist. Er verlässt sich beim Lösen der verschiedenen Rätsel lieber auf sein Mundwerk und seine Kombinationsgabe. Seine Tollpatschigkeit versucht er mit seinem manchmal recht bissigen Humor zu übertünchen (im Deutschen wunderbar synchronisiert von Alexander Schottky). Ihm zur Seite steht seine Freundin / Bekannte / unerfüllte Liebe - wir wissen es manchmal selbst nicht so genau ;) - Nicole Collard, eine französische Reporterin, die er im Verlauf des ersten Teiles kennen lernt und spätestens seit dem zweiten Teil zur smarten Co-Heldin avancierte (ebenfalls wunderbar synchronisiert von Franziska „Scully“ Pigulla). Zusammen lösen sie die Rätsel, die oftmals im Zusammenhang mit dem geheimnisvollen Orden der Tempelritter stehen.
"Baphomets Fluch" steht für eine gute Mischung von historischer Begebenheiten mit fantastischen Verschwörungstheorien und Kriminalgeschichten, ohne dabei jedoch auf übertriebenen Realismus zu achten oder sich selbst allzu ernst zu nehmen. Im Gegenteil, gerade der Humor ist einer der wichtigsten Bestandteile der Serie und die in den Spielen vorkommenden Personen sind weniger realistisch charakterisiert, sondern teilweise stark klischeeverhaftet und überzeichnet. Doch gerade das macht sie besonders einprägsam und liebenswert. Die Mischung scheint beim Publikum jedenfalls anzukommen, denn sämtlichen Titeln der Reihe war in etwa derselbe Erfolg zuteil, trotz des Nischendaseins, das der Adventure-Markt heutzutage fristet.
Bericht über Baphomets Fluch 1
Bericht über Baphomets Fluch 2
Bericht über Baphomets Fluch 3
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