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Everlight - Elfen an die Macht Drucken
Geschrieben von tenochtitlan   
Friday, 9. November 2007
Ich denke, die Meisten kennen die Geschichte des Jungen, der durch einen seltsamen Ladenbesitzer in eine magische Welt entführt wird. Die Rede ist natürlich von der Unendlichen Geschichte, doch auch das neueste Adventure von The Games Company erzählt die Geschichte eines normalen Jungen, der in eine fremde Fantasy-Welt eintaucht. Ob Everlight – Elfen an die Macht an das offensichtliche Vorbild anknüpfen kann, haben wir für euch unter die Lupe genommen.

Melvin sucht eines Tages Schutz vor dem Regen in einem Kerzenladen. Dort zeigt ihm der seltsame Ladenbesitzer Mr. Teeth die Kerzenmagie und lädt Melvin ein, sich auf eine Reise nach Tallen zu begeben, um Magier zu werden. Kaum hat unser Held zugestimmt, geht die Reise schon los und wir landen auf dem Marktplatz eines mittelalterlichen Dorfes. Dort werden wir von der Elfe Fenny angeschnauzt, wir sollen sie gefälligst aus ihrem Käfig befreien. Das ist schnell getan und damit haben wir auch unsere spirituelle Führerin gefunden. Schnell ist Melvins Aufgabe klar, er muss sich seinen Ängsten stellen, um ein Magier zu werden.

Doch erst haben wir dringendere Probleme: Tallen wurde von einem Fluch befallen, der die Bewohner des kleinen Dorfes nachts dazu bringt, ihr wahres Inneres zu zeigen. So wird aus der fürsorglichen Oma von nebenan bei Nacht eine lüsterne Nymphomanin, aus ihrem tagtäglichen Widersacher von nebenan nachts ein Spanner vor ihrem Fenster, aus dem rechtschaffenen Schmied bei Einbruch der Dunkelheit ein spielsüchtiger Trinker und so weiter. Jeder Dorfbewohner hat seine eigene Macke, bei Tag kann sich keiner an die vergangene Nacht erinnern. Da Melvin von diesem Fluch nicht betroffen ist, können wir über einen Button am unteren Bildschirm-Rand stets zwischen Tag und Nacht wechseln. Dieses Feature nutzen die Entwickler auch für einige Rätsel, so muss man etwa zwei Spielern ihre nächtlichen Runden irgendwie am Tage beweisen oder zwei zu unterschiedlichen Tageszeiten blühende Blumen zusammenbringen.

Durch Tallen, den Dorfwald und den Friedhof bewegen wir uns per Maus, Melvin unterscheidet automatisch zwischen Rennen und Gehen, mit einem Doppelklick springen wir sofort zu einem Ausgang. Leider halten sich die Locations in Grenzen, zumindest im Mittelteil hätten dem Spiel ein paar weitere Bereiche sicher gut getan. Auf der anderen Seite sind Laufwege teilweise unnötig lang und wiederholt, was aber selten wirklich negativ auffällt.

Die Spielwelt kann technisch überzeugen, die schön gezeichneten Hintergründe sind wunderschön animiert und die recht glaubhaften 3D-Figuren passen gut ins Gesamtbild. Partikeleffekte und Ähnliches findet man spätestens nach dem neuesten Update zu Genüge. Nur manche Animation hätte etwas runder sein können. Auch die Liebesszene (mehr will ich nicht verraten) wirkt manchmal doch arg statisch, was eigentlich sehr schade ist, da sonst keine groben Schnitzer auftraten.

Bei den Rätseln wurde auf Einsteigerfreundlichkeit geachtet: Neben einer Hotspot-Anzeige, die wahlweise nur Ausgänge oder auch alle Gegenstände im aktuellen Bildschirmausschnitt anzeigt gibt es auch noch Fennys Tagebuch, dass als eine Art Questverwaltung dient. So verliert man an keiner Stelle den Überblick über die vielfältigen Aufgaben. Wer einmal nicht weiterkommt, kann sich bis zu drei immer detailliertere Hinweise von Fenny geben lassen. Dabei wird aber keine direkte Lösungsanweisung gegeben, den Kopf muss man trotzdem stets einsetzen. Dennoch sind die Rätsel nie unfair schwer. Leider gibt es hier auch manchmal Probleme: So sagte mir ein Tipp etwa, ich sollte einen städtischen Beamten beleidigen, was ich aber zur Zeitpunkt dieses Tipps noch nicht machen konnte und so an einem völlig anderen Rätsel weitermachen musste, bis ich später nach einigen davon unabhängigen Ereignissen endlich die Wache beleidigen konnte.

Das Inventar ist recht übersichtlich am unteren Bildschirmrand angebracht und an einigen Stellen gibt es auch Inventar-Rätsel, die aber eher einfach sind. Wenn wir etwas Falsches versuchen, kommentiert Fenny sarkastisch unsere Versuche.

Everlight wird selten wirklich lustig, was aber der Faszination der Charaktere und der hübsch animierten Welt keinen Abbruch tut. Die Story ist nicht immer besonders spannend, kann jedoch an vielen Stellen durchaus fesseln. Am Ende ist aus Everlight ein solides Fantasy-Adventure geworden, für das zumindest ich mir trotz kleinerer Schwächen einen guten Nachfolger wünsche.

Das Adventure steht ab 27.09.07 für 39,99€ in den Händlerregalen.

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