Sam & Max waren wohl die Überraschung des letzten Adventure-Jahres und haben neben viel Spaß für die Spieler auch dem Episoden-Spiel neue Bedeutung gegeben. Auch für den Entwickler
Telltale scheint sich das ganze gelohnt zu haben, deshalb
verschenkt man ganze Episoden und produziert fleißig neues Futter für die Adventure-Gemeinde.
Das Haupt-Futter ist ohne Zweifel die zweite Staffel der Abenteuer von Hase und Hund. Diesmal nur mit 5 Episoden und einer Pause in der Weihnachtszeit, aber mit gewohnt gutem Humor und hoher Einsteiger-Freundlichkeit. Im folgenden werde ich die Episoden einzeln bewerten, mitsamt einem Schlussfazit nach 5 Episoden. Als Grundlage kann ich euch
unseren Test der ersten Staffel empfehlen (garantiert frei von größeren Spoilern), denn es gibt in einigen Bereichen große Ähnlichkeiten zwischen den beiden Staffeln. Aber genug der Vorrede, frisch ans Werk.

Es ist zwar erst November, dennoch künden die Läden schon überall von den drohenden Weihnachts-Feierlichkeiten. Was aber tun, wenn sich der Hauptverantwortliche für dieses fröhliche Fest einschließt und seine Umgebung samt Weihnachtselfen mit einer Maschinenpistole in Angst und Schrecken versetzt? Müssen Millionen von Kindern ohne Geschenke auskommen?

Natürlich nicht, denn unser Duo aus Hund und Hase nimmt sich dieser großen Bedrohung an, nachdem ihre Straße von einem gewalttätigen Riesen-Roboter leicht umdekoriert wurde. Sie reisen an den Nordpol und machen sich daran, den von einem Dämon besessenen Weihnachtsmann zu befreien und das Weihnachtsfest zu retten. Dabei treffen sie auch einige neue Charaktere, wie etwa die Barbesitzerin Stinky, die ihre wenigen Gäste mit unfairen Fragen unterhält, oder die Elfen, die für die Geschenke-Herstellung verantwortlich sind und unseren Detektiven einige hilfreiche Tipps geben können. Auch alte Bekannte sind dabei, wie etwa die Soda Poppers oder auch der mittlerweile komplett paranoide Bosco, der aus seinem Laden einen Hochsicherheitstrakt gemacht hat.
Technisch hat sich nicht viel geändert: Hauptsächlich unterstützt das Adventure nun alle erdenklichen Auflösungen mitsamt denen für Breitbild-Monitoren. Außerdem kann Sam nun endlich rennen, bzw. in Innenräumen schneller gehen. Somit verringern sich die ohnehin kurzen Laufwege noch einmal sehr angenehm.

Auch der Humor ist wie in den meisten Vorgänger-Episoden genial, verlangt aber teilweise ein sehr fortgeschrittenes Wissen über amerikanische Weihnachtsbräuche. Auch gute Englisch-Kenntnisse ist für das Verständnis vieler Anspielungen und Wortwitze sehr hilfreich. Die Synchronisation beschränkt sich auf wenige neue Stimmen, ist aber gewohnt gut und stimmig.

Die Rätsel sind ebenfalls gewohnt einsteigerfreundlich und teilweise wieder deutlich leichter (und nicht ganz so um die Ecke gedacht) als in den letzten Episoden der ersten Staffel. Auf Inventar-Rätsel haben die Entwickler weiterhin verzichtet. Wer will, kann sich immer wieder von Max mit hilfreichen Kommentaren auf die richtige Spur bringen lassen, auf diese Hilfsfunktion aber auch komplett verzichten. Selbst diese Hinweise weisen meistens nur auf den Ort des nächsten Rätsels und nie auf die komplette Lösung eines Rätsels. Ebenfalls gibt es ein Tutorial, das absoluten Neulingen die Bedienung des Adventures erklärt.
Ice Station Santa steht den Vorgängern in nichts nach und bietet wie die Vorgänger die beste Unterhaltung, die das Adventure-Genre zur Zeit zu bieten hat. Kreative Rätsel, kurze Laufwege, sympathische Charaktere und eine Überdosis Humor machen Sam & Max weiterhin zu den Königen der kurzweiligen Adventure-Unterhaltung. Mein einziger Wunsch wären kniffligere Rätsel, die man durch die Hilfsfunktion ja trotzdem für Neulinge entschärfen könnte. Ab dem 9. November ist die Version auf der Telltale-Seite ebenso wie eine Demoversion erhältlich, eine deutsche Version ist noch nicht in Sicht.
Die erste Episode kostet alleine 8.95 US-$ und im gesamten Staffel-Paket 34,95 US-$ und ist hier erhältlich.
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