Hauptmenü
Home
Forum
Portal
Newsarchiv
Suche
Impressum
Link us
GGP-Netzwerkseiten
Partnerseiten
Artikel
Reviews
Previews
Komplettlösungen
Specials
Media / Downloads
Galerie
Sounds
 
Belief & Betrayal - Das Amulett des Judas Drucken
Geschrieben von tenochtitlan   
Friday, 9. March 2007

Nachdem wir im letzten Jahr mit Filmen und Büchern über Kirchenverschwörungen und geheimnisvolle Sekten überschwemmt wurden, legt jetzt auch Artematica mit Belief & Betrayal - Das Medaillon des Judas ein Spiel zu diesem Thema vor, vertrieben von dtp/ANACONDA.
Das Adventure ist seit dem 23. Januar 2007 erhältlich und kostet etwa 30 €.
Diesmal geht es nicht um die hundertste Gralslegende, sondern um ein geheimnisvolles Medaillon, hergestellt aus den Münzen, die Judas für seinen Verrat an Jesus bekommen haben soll.

Das Spiel beginnt in der New Yorker Wohnung des Journalisten und Protagonisten des Spiel, Jonathan „Jon“ Danter. Er ist auf dem Weg nach Miami, um einen umstrittenen Bischof zu interviewen. Doch kurz vor seiner Abreise bekommt er einen Anruf von Scotland Yard und wird von Polizisten nach London gebracht. Dort erfährt er, dass sein Onkel grausam ermordet wurde. JonOnkel denkt sofort an einen bösen Scherz, ist sein Onkel doch schon seit vielen Jahren tot. Er muss aber erfahren, dass dieser Tod nur vorgetäuscht war, um die Tätigkeit seines Onkels für einen Geheimdienst der katholischen Kirche, dem „Legat“, geheim zu halten und seine Familie zu schützen. Doch sein Onkel wurde verraten und grausam hingerichtet und nun ist auch Jon in Gefahr. Jon macht sich nun auf die Suche nach dem Mörder seines Onkels und kommt einigen Geheimnissen auf die Spur. Unterstützt wird er dabei von der hübschen Legats-Agentin Kat und dem Computer-Freak Damien.

Ich persönlich finde die x-te Kirchenverschwörung mittlerweile nicht mehr allzu ansprechend, wer aber dieses Genre mag, dürfte in Sachen Story bei Belief & Betrayal gut aufgehoben sein. Das ganze Spiel erhebt mit seinen düsteren Orten und dem eher mysteriösen Setting Anspruch, ein ernstes Adventure zu sein. Nur an wenigen Stellen gibt es ein paar Anspielungen an Genrevertreter und Autoren ähnlicher Geschichten. So bekommt Jon für seinen falschen Pass den Namen Dan(iel) Brown, Autor des wohl bekanntesten Verschwörungsbuchs Sakrileg.

Die Rätsel sind wohl das Wichtigste eines Adventures und leider kränkelt Belief & Betrayal besonders in diesem Bereich: In einem Satz gesagt, die Rätsel sind zu einfach. Durch eine Art Tagebuch bekommt man in jedem Spielabschnitt fast genauFrankreich gesagt, was man zu tun hat. Finde dies, Mach das, Du musst dort hinein - anspruchsvoller werden die Rätsel selten. Die größten Schwierigkeiten liegen in der „Runaway“-Krankheit, bestimmte Aktionen nur nach gewissen anderen Aktionen verfügbar zu machen, und in der störenden Angewohnheit, dass manche vom Charakter als unwichtig bezeichneten Gegenstände bei einem zweiten Blick wichtige Gegenstände offenbaren.

Um die von mir verhassten Minispielchen kommt man fast komplett herum, diese sind dann aber keine Frustfaktoren, sondern schnell gelöst und stören nicht weiter. Dialogrätsel existieren eigentlich kaum, im Zweifelsfall macht man einfach alle Optionen durch, bis man auf die richtige Lösung kommt. Bis auf wenige Ausnahmen bei einzelnen Rätseln ist das Spiel komplett linear.

Die Entwickler nutzen zwei Arten von Inventar-Gegenständen: Erstens die konventionellen Objekte, die wie in jedem anderen Adventure kombiniert und untersucht werden können. Das Zweite sind die Gedanken und Bemerkungen, die auf einer Art Notizblock aufgeschrieben werden und wie gewöhnliche Gegenstände verwendet werden können.

Die Geschichte spielt oft an mehreren Orten gleichzeitig, man kann über eine Anzeige am oberen Bildschirmrand zwischen den Charakteren wechseln, bis auf eine Ausnahme wechselt man automatisch zum nächsten Charakter, wenn ein OrtKommunikator abgeschlossen ist. Außerdem gibt es einen Kommunikator, mit dem man Gedanken und bestimmte Informationen zwischen den Charakteren austauschen kann. Dazu zieht man einfach den Gedanken auf den Kommunikator im Inventar und schickt in dann an den gewünschten Adressaten.

Leider ist dieses tolle, wenn auch nicht ganz neue Feature viel zu halbherzig umgesetzt, um wie ein wichtiger Teil des Spiels zu wirken. Meiner Meinung nach hätte man es in diesem halbherzigen Stadium auch ganz weglassen können. In London und Rom kann/muss man übrigens mehrfach den Ort über eine Karte wechseln. Es ist nicht sonderlich ersichtlich, dass sich hinter der Karte eine Ortsauswahl und nicht nur die gewohnte Detailansicht verbirgt. Das hätte man einfacher positionieren können.

Gesteuert wird übrigens mit der Maus, Linksklick löst die Aktion aus, mit Rechtsklick wird zwischen den verschiedenen Aktionen ausgewählt. Durch Bewegen der Maus an die verschiedenen Bildschirmränder werden Speicher-Menü, Tagebuch, Inventar und Notizblock sichtbar.

Untersuchung Die Hintergrundmusik ist meiner Meinung nach sehr gut, wiederholt sich aber viel zu oft und ich fand sie irgendwann einfach nur noch nervig. Das mag aber Geschmackssache sein. Die Sprecher sind aber durchweg gut und eigentlich immer passend, klingen aber manchmal etwas unmotiviert. Die optionalen Untertitel sind mit wenigen Ausnahmen meistens passend zur Sprachausgabe, selbst dann aber nicht sinnverfremdend.

Die Grafik ist ebenfalls eine der Schwachstellen von Belief & Betrayal: Bis auf die detailliert gezeichneten, sehr hübschenGrafik Hintergründe wirkt das ganze Spiel grafisch veraltet, vor allem die 3D-Modelle der Charaktere sind eher hässlich, die Schriften irgendwie unpassend und die Detailansichten der Objekte sehr grobkörnig. Die Zwischensequenzen gehören zwar ebenfalls nicht zu den schönsten der Adventure-Geschichte, doch sind sie spannend inszeniert, manchmal auch mit drastischen Bildern der Leichen. Dennoch ist das Spiel von der USK ab 12 Jahren freigegeben. Positiv erwähnen muss man die kurzen Ladezeiten und vor allem die belebte Umwelt. Selbst wenn die Straßen eher leer sind, wirkt die Szene durch vorbeifahrende Autos und ähnliche kleine Dinge lebendiger.

Leider verschenkt Belief & Betrayal - Das Medaillon des Judas viel zu viel seines Potentials, um ein wirklich gutes Adventure zu sein. Mittelmäßige Grafik, Rätsel, die nur absolute Neulinge ansprechen und kleinere Mängel, sowie die immer gleichen „Geht nicht“-Texte, die sich genauso wie die nichtssagenden Objektbeschreibungen ausnahmsweise nicht abbrechen lassen, sind zu schwerwiegend, um sie zu übersehen. Dieses Spiel ist wirklich nur für Einsteiger im Genre, die auch noch ein Faible für Kirchenverschwörungen haben. Der Rest wird wohl nicht über die Mängel hinwegsehen und zu anderen Titeln greifen, die ja zur Genüge vorhanden sind...

 
< Zurück   Weiter >
 
Partner von

Werbung
Zufallsbild
Statistik
Besucher: 2124723
Wer ist Online
Aktuell 33 Gäste online
 
© 2012 Adventure-Box
Joomla! is Free Software released under the GNU/GPL License.