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Simon The Sorcerer 4 - Chaos ist das halbe Leben Drucken
Geschrieben von alceleniel   
Sunday, 4. March 2007

Simon the Sorcerer ist alten Adventure-Hasen natürlich ein Begriff. Der erste Teil erschien bereits 1993 als 2D-Adventure und war dermaßen erfolgreich, dass ein 2. Teil natürlich nicht ausblieb. Der 3. Teil, der einige Jahre später und erstmals in 3D erschienen ist, konnte dann allerdings nicht mehr an die Erfolge der ersten beiden Teile anknüpfen. Das lag vor allen Dingen an der veralteten Grafik und den zahlreichen Bugs, die die Spielfreuden doch sehr trübten.

Umso überraschender kam 2005 die Meldung, dass an einem 4. Teil der Serie gearbeitet wird. Und seit dem 23. Februar 2007 steht nun Simon the Sorcerer 4 - Chaos ist das halbe Leben in den Läden.

Ab in die Zauberwelt
Teile nie mit deinem Bruder einen Fernseher. Das muss auch Simon schmerzlich erfahren. Denn sein kleiner Bruder schmeißt ihm im Streit kurzerhand die Fernbedienung an den Kopf. Simon fällt darauf in einen tiefen Schlaf und träumt von Alix, die ihn schon im ersten Teil in die Zauberwelt rief. Auch dieses mal bittet sie ihn zu kommen, da die Zauberwelt erneut in Gefahr sei. Das lässt sich Simon natürlich nicht zweimal sagen. Wieder munter geworden begibt er sich mit Hilfe seines Teleportationsschrankes auch gleich in die Zauberwelt.

Dort angekommen wird er aber erst einmal vor vollendete Tatsachen gestellt. Scheinbar macht ein Doppelgänger von Simon die Gegend unsicher. Doch tyrannisiert und unterdrückt er nicht die Bevölkerung sondern ist einfach nur nett, ordentlich und sehr spießig. Da Simons Markenzeichen jedoch jede Menge Zynismus, Arroganz und Egoismus sind, kann er das natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Diesem Schurken muss also Einhalt geboten werden.

Und so macht sich Simon, der echte Simon, auf die Suche nach dem Übeltäter. Dabei trifft er auf jede Menge Märchengestalten, die aber oft nicht das sind was sie zu sein scheinen. Das Rotkäppchen ist bspw. eine ganz schöne Zimtziege, die mit Pfefferspray durch den Wald rennt und der böse Wolf hat ein Alkoholproblem. Die Dialoge sind denn auch sehr witzig gestaltet und man spart auch nicht mit Anspielungen auf aktuelle Themen wie Killerspiele, unrasierte Arbeitslose oder Problembären. Spieler der ersten Teile werden zudem einige Anspielungen und Figuren wiedererkennen, wie z.b. den Sumpfling oder Goldlöckchen, die aber meist nur kleine Nebenrollen haben.

Grafik und Sound
Die gerenderten Hintergrundgrafiken sind meist sehr nett gestaltet, werden aber nur hin und wieder durch fliegende Vögel oder wehende Wimpel etwas aufgepeppt. Und das ist auch der größte Kritikpunkt am Spiel. Es fehlt die Dynamik. So gibt es weder eine Introsequenz noch einen ordentlichen Abspann. Man wünscht sich auch eine etwas lebendigere Welt. Warum z.B. trifft man in der Stadt nur auf aufgabenrelevante Personen? Sonst laufen nämlich keine normalen Passanten durch die Gegend.
Die Synchronsprecher sind zwar meistens sehr gut, aber wenn die passende Mimik der Figuren dazu fehlt wirkt das Ganze trotzdem recht unmotiviert und langweilig. Etwas mehr Abwechslung hätte auch der Hintergrundmusik nicht geschadet. So hätte man im Totenreich durchaus eine andere Hintergrundmusik wählen können, als an der Oberfläche.
Die Story an sich ist zwar vom Ansatz her interessant gemacht, aber im Laufe des Spiels kommt nie richtig Spannung auf. Sie plätschert so vor sich hin und ist meist vorhersehbar.

Steuerung
Das Spiel steuert sich komplett mit der Maus. Bewegt man den Mauszeiger über ein Objekt oder eine Person verändert sich der Zeiger je nachdem, ob und was man mit dem Ziel anstellen kann - sprechen, untersuchen oder benutzen. Und damit man nicht den kompletten Bildschirm pixelgenau nach den wichtigsten Utensilien absuchen muss um am Ende doch etwas zu übersehen kann man sich mit der H-Taste alle Hotspots auch anzeigen lassen. Die kleine Welt bereist man mittels einer Karte, ein Klick und schon ist Simon dort. Gegenden und Räume können mittels Doppelklick auf den Ausgang sofort verlassen. Das erspart lästiges herumlaufen.
Die Aufgaben, die man im Verlauf des Spiels bekommt, werden - ähnlich wie bei Rollenspielen - in einem Journal eingetragen. Dort hat man dann die Möglichkeit sich bis zu drei, immer genauer werdende, Hinweise zu der Aufgabe anzeigen zu lassen. Die Rätsel sind im Allgemeinen aber einfach gehalten, so dass man dieses Feature als Adventure-Profi wohl nur selten in Anspruch nehmen wird. Einsteiger werden so allerdings auch nicht überfordert oder gar gefrustet.

Fazit
Simon The Sorcerer 4 ist ein solides Adventure geworden, das vor allem mit dem bissigen Humor, den Anspielungen auf das aktuelle Zeitgeschehen und den nett gemachten Rätseln punkten kann. Ein bißchen mehr Dynamik, Abwechslung und eine spannendere Story hätte dem Spiel aber noch gut getan.

 
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